Aktuelle Aufrufe

Aufruf zur Beteiligung an den Aktionen, Veranstaltungen und Diskussionen zum Frauenkampftag, am 8. März

Liebe Frauen, Lesben, Trans und Inter,

als feministische Kampagne „Gemeinsam kämpfen! Für Selbstbestimmung und Demokratische Autonomie“ rufen wir euch alle zur Beteiligung an den Aktionen und Veranstaltungen am und rund um den internationalen Frauen*kampftag am 8. März auf!
Seit einigen Jahren beobachten wir in Deutschland und ganz Europa einen erschreckenden Rechtsdrang in der Politik und der öffentlichen Diskussion. Die Folgen hiervon sind unter anderem, dass fast überall traditionelle Rollenmuster ein bitteres Comeback erfahren.
In Deutschland wird massiv gegen die gesellschaftliche Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt vorgegangen. Für pflegerische und soziale Berufe wird kein angemessener Lohn gezahlt. Frauen* in Polen wird weiter ihr Recht auf körperliche Selbstbestimmung verboten. Homosexuelle Menschen in Russland müssen noch immer um ihr Leben fürchten. Diese empörende Aufzählung könnten wir noch ewig weiterführen, denn es gibt so viele Beispiele für patriarchale Angriffe auf unsere Freiheit, die wir jeden Tag erleben. Dem wollen und müssen wir ein Ende setzen!
Die Zeit ist schon lange gekommen, dass wir gemeinsam diesem Rollback etwas entgegen setzen. Wir müssen Errungenschaften derjenigen, die vor uns gekämpft haben wertschätzen – wir dürfen uns aber nicht auf ihnen ausruhen! Denn auch die häufig fehlenden oder voneinander gespaltenen feministischen Positionen in der Öffentlichkeit haben die erstarkte Rechte von heute mit ermöglicht. Lasst uns wieder sichtbar werden! Nicht als gespaltene vereinzelte Kleingruppen, sondern als diverse und miteinander verbundene feministische Bewegung. Als gesellschaftliche Kraft, die Mut und Widerständigkeit ausstrahlt und ein gutes Leben für alle Menschen weltweit erkämpft.
Der 8. März ist für alle feministischen Menschen auf der ganzen Welt ein zentraler und aussagekräftiger Tag. Schon immer gingen Frauen* für Geschlechterbefreiung und für ihre Rechte als gleichwertige Menschen anerkannt zu werden auf die Straße. Mit Blick auf die letzten 2 Jahrhunderte begann dieser Kampf mit dem Erstreiten des Wahlrechts Anfang des 20. Jahrhunderts. Schon lange geht es an diesem Tag ebenfalls um die Emanzipation von allen FrauenLesbenTransInter und nicht-binären Personen und um die Entschlossenheit eine andere Gesellschaft möglich zu machen, in der alle ihren Platz haben. Wir wollen patriarchale Strukturen benennen und zu Fall bringen. Gemeinsam und überall!
In diesem Sinne wollen wir alle Frauen* dazu aufrufen, öffentlich und laut aufzutreten. Es ist immer gut, wenn wir uns zusammenfinden, uns austauschen, stärken und organisieren. Der 8. März ist eine wunderbare Gelegenheit dies in aller Öffentlichkeit tun. Auf den Straßen und Plätzen, in den Parks und der Innenstadt: KAMPF DEM KAPITALISTISCHEN PATRIARCHAT! FRIEDEN, FREIHEIT, FEMINISMUS!
Kein Verstecken bei Frühstücks, Kaffeetrinken und Vorträgen – raus aus den Häusern, die Straße gehört uns!
Denn es geht um nicht weniger als unsere Freiheit, um nicht weniger als die Freiheit aller Menschen. Zeigen wir unsere wütenden Gesichter, machen wir unsere lauten Stimmen unüberhörbar, setzen wir unsere wunderbaren Körper in Bewegung.
Wir freuen uns darauf euch zu begegnen, Schulter an Schulter Parolen zu rufen und Hand in Hand gemeinsam diesem Tag und seiner Bedeutung gerecht zu werden! Für einen kämpferischen 8. März!

Aufruf zur bundesweiten Großdemonstration „Frieden für Afrin“ am 3. März in Berlin

*Gemeinsam gegen die türkischen Angriffe auf Afrin!*

Der Krieg der Türkei gegen Afrin ist ein Angriff auf die Revolution, ein Angriff auf die Geschlechterbefreiung, ein Angriff auf uns alle! Die Gesellschaftsidee, die in Rojava ihre Verwirklichung findet, ist eine friedliche, ökologische und demokratische Lösung für die Region. Eine friedliche Lösung scheint offenbar nicht im Interesse der türkischen Regierung zu sein. Dem stellen wir uns entschlossen entgegen.

Seit dem 20. Januar 2018 greift das türkische Militär mit Luftangriffen und Artillerie Afrin – den westlichsten Kanton der Demokratischen Föderation Nordsyrien, Rojava – im Rahmen einer offiziellen Operation an. In diesem schmutzigen Krieg sind bereits zahlreiche zivile Todesopfer zu beklagen. Der Kampf der türkischen Regierung gegen Menschenrechte und Demokratie wird Seite an Seite mit IS-Kämpfern und islamistischen Verbänden der sogenannten „Freien Syrischen Armee“ geführt.

Die deutsche Bundesregierung ist nicht unbeteiligt. Durch die zahlreichen Waffenlieferungen an die Türkei, den Fokus auf die “gemeinsamen Interessen” der deutsch-türkische Beziehung und die fehlende konsequente Gegenpositionierung wird dem quasi-faschistischen Erdogan-Regime dieses Vorgehen ermöglicht. Auch hierzulande hat sich die Kriminalisierung kurdischer Aktivist*innen extrem verschärft und die Proteste sind einer immer härteren Repressionswelle ausgesetzt. Deutschlandweit wird in zahlreichen Städten das Versammlungs- und Demonstrationsrecht massiv eingeschränkt. Demonstrationen werden von der Polizei entweder nicht genehmigt, angegriffen oder frühzeitig aufgelöst. Sogar das Rufen bestimmter Slogans sowie das Zeigen aller Fahnen und Symbole der Freiheitsbewegung Kurdistans bzw. kurdischer Vereine wird verboten. Vermehrt finden Hausdurchsuchungen und Festnahmen von Aktivist*innen statt. Dem kurdischen Verein NAV-DEM, das Demokratische Gesellschaftszentrum für Kurd*innen in Deutschland, wird die Anmeldung von Antikriegspotesten durch deutsche Sicherheitsbehörden verboten.

Doch die propagierte Besatzung Afrins binnen weniger Tage ist dem türkischen Militär dennoch nicht gelungen. Unter größtem Einsatz leisten insbesondere die Einheiten der YPG/ YPJ sowie die QSD in einer erbitterten Selbstverteidigung erfolgreich Widerstand und wehren den Vormarsch der türkischen Armee ab. Sie verteidigen die Freiheit der Bevölkerung. Die demokratische Selbstverwaltung dieser Region ist ein beispielhaftes Vorbild für den Erfolg und die Möglichkeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen. Dieser Erfolg strahlt in die ganze Welt.

In der Demokratischen Föderation Nordsyrien organisieren sich Frauen auf allen Ebenen unabhängig. Dies ermöglicht ihnen sich zu stärken, autonom zu leben und den patriarchalen Verhältnissen etwas entgegenzusetzen. Die Kraft, die von ihnen ausgeht, zeigt, dass sie sich der Herrschaft und dem Krieg nicht unterwerfen und nicht bereit sind, ihre Unterdrückung zu dulden.
Deshalb ist der Angriff auf Afrin vor allem auch ein Angriff auf die Frauenrevolution! Doch nicht zuletzt durch die tiefe Überzeugung und die mutige Verteidigung der Frauen, wird es nicht gelingen, den Aufbau einer befreiten Gesellschaft zu verhindern.

Wir werden nicht zulassen, dass der Krieg der türkischen Regierung sowie die Unterstützung dieses Krieges in deutschen Medien zu einem Randthema werden. Wir werden weiter dafür kämpfen, dass der Widerstand in Rojava sichtbar bleibt und die Bevölkerung hier von der Revolution in Rojava erfährt.

Der Angriff auf Afrin ist ein Angriff auf die Zivilbevölkerung vor Ort. Er ist ein Angriff auf Selbstverteidigungseinheiten, die diese Menschen schützen. Ein Angriff auf demokratische und selbst verwaltete Strukturen. Auf Frauenbefreiung, Geschlechtergerechtigkeit und eine ökologische Gesellschaft.

In allen Teilen der Welt gehen Menschen auf die Straße. In Rojava finden sogar Märsche statt, bei denen Menschen verschiedener Herkunft ihre Solidarität ausdrücken und den Widerstand in Afrin
unterstützen. Das Aufbegehren hier und überall richtet sich gegen Faschismus, Kapitalismus, die Zerstörung der Natur, das Patriarchat, gegen Kriegspropaganda und Rüstungspolitik.

Wir müssen den türkischen Angriffskrieg als Angriff auf uns alle verstehen und diese Erkenntnis in eine Praxis der Begegnung und des gegenseitigen (Kennen-)Lernens umsetzen. Machen wir die Proteste auch zu unseren Protesten und setzen uns aktiv in Verbindung mit unseren kurdischen Genoss*innen.

Wir müssen den türkischen Angriffskrieg als Angriff auf emanzipatorische und revolutionäre Ideen im Allgemeinen werten. Als Linke, Antifaschist*innen, Feminist*innen und als all diejenigen, die für eine Gesellschaft ohne Krieg und Unterdrückung kämpfen, sollten wir die aktuelle Solidaritätsbewegung nutzen um gemeinsam eine widerständige Praxis zu entwickeln und uns weiter vernetzen. Eine Form die Revolution zu verteidigen, ist ihre Ideen zu verbreiten, sie hier zu diskutieren und Strukturen aufzubauen, die sich – wie in Rojava – für ein Leben einsetzen, dass einen Ausweg aus dem zerstörerischen System des kapitalistischen Patriarchats darstellt.

Lasst uns daher über unsere Gemeinsamkeiten sprechen und uns nicht an unseren Unterschiedlichkeiten spalten lassen. Lasst und gemeinsame Ziele finden und Strategien entwickeln, wie wir auch hier unsere Ideen auf gesellschaftlicher Ebene umsetzen können.

Lasst uns zusammen am 3. März 2018 auf die Straße gehen und uns entschlossen gegen die Angriffe der türkischen Regierung auf Afrin stellen. Schließt euch uns – wir sehen uns im feministischen Block um 12 Uhr am Alexanderplatz.

Unsere Solidarität gegen ihre Waffen!
Gegen Kapitalismus und Patriarchat!
Für den Feminismus und die befreite Gesellschaft!

Die Verteidigung Afrins bedeutet die Verteidigung der Frauen*revolution!
Bijî Afrin, Bijî Rojava, Bijî Azadî!

#gemeinsamkämpfen

#WomenRiseUpForAfrin

Mehr Infos zur Demo: https://friedenafrin.wordpress.com/aufruf/

Statement read in Strasbourg from the internationalists of the long march

Über 150 Internationalist*innen waren zwischen dem 8. und 17. Februar auf den Straßen in Luxemburg, Frankreich und der Schweiz, um auf die Situation Abdullah Öcalans, den Krieg der Türkei gegen Afrin, die Kriminalisierung der kurdischen Bewegung in Europa aufmerksam zu machen und für eine demokratische, geschlechterbefreite und ökologische Gesellschaft zu werben.

Dear comrades, those who are walking in solidarity for the liberation of Abdullah Öcalan and all political prisoners in Turkey and all over the world, for the defense of the Rojava revolution and the end of the Turkish invasion in Afrin, we salute you!

We came from different parts of the world, we are people from different origins and more than 17 nationalities. We cannot deny that in each of the places we come from we have struggles and resistance that are manifested everyday. However, due to the historical bonds between our people, we also can not deny that what would happen there will affect the whole world and will inspire us to struggle against the institutions of oppression wherever we are.

Most of us who are here have not suffered what you are suffering in the diaspora. We can even travel to your land while you are denied the right to do so. Which kind of world is this one in which the children of Kurdistan cannot go back to their homes, visit their families, live and die in their land? This put us in a privileged position, and this privilege means an undeniable responsibility: to work hardly until there are no more borders or wars, until the children of your land can come back, until the fire of the revolution lights every corner of this world and until there is no one left in this world who has to forcedly leave his or hers beloved home.

We are convinced that the day will come in which the nations without state will recover the place that was stolen from them by the nation-states. But for you this is already a reality: you have taken back Rojava from the hands of the Syrian regime and defended it against DAESH, you have built the Democratic Confederalism, a political system in opposition to the nation-states, developed an ecological way of economy instead of the industrial exploitation of mother nature , women are taking back and building their own spaces that patriarchy and capitalism stole from them, your youth want to come back to their homeland and your grandmothers defend it with weapons if necessary. Due to all of this we have a joint duty to defend the Rojava revolution in order to allow this flame to continue burning more and more, and thus shining us the way to the collective liberation, towards a fair and peaceful world.

We are facing the downfall of the capitalist civilization and witnessing the dawn of democratic modernity. As internationalists, we answer to your invitation of rowing all together in the same ship against the capitalist forces who are defending themselves with bombs from their eminent collapse.

Neither the rain, nor the snow, nor the insults and provocations from turkish fascists were able to stop our determination to march for the freedom of Abdullah Öcalan and all the political prisoners in Turkey as in the rest of the world; for the defense of the revolution in Kurdistan and for the end of the invasion in Afrin.

As internationalists we salute and respect you, your struggle inspires us and gives us hope,

Long live to the peoples who struggle, as resistance is life.
Long live the Kurdish people who is determined to not be annihilated.
Long live the Revolution of Kurdistan.
Long live the solidarity and comradeship between peoples.

Überall ist Afrin, überall ist Widerstand!
Und was das mit uns zu tun hat…

Seit dem 20. Januar gehen kurdische Vereine, Gruppen, Einzelpersonen und Familienangehörige auf die Straße, um gegen den Angriff der Türkei auf Afrin zu protestieren.
Dieser Protest ist sowohl von den Motivationen als auch den Aktionsformen und der Intensität vielfältig.
Die Demos sind Proteste gegen den türkischen Angriffskrieg, Solidaritätsaktionen mit dem Widerstand in Afrin, Ausdruck von Wut und Trauer über den Verlust von Angehörigen und Freund*innen, Zeichen von Wut auf patriarchale und kapitalistische Gesellschaften und ein Ruf nach einer befreiten Gesellschaft für Alle.

Auf der Straße treffen wir auf Menschen, die sich seit langem für die Rechte von Kurd*innen in Kurdistan und weltweit einsetzen, andere, die außerdem die Ideen des Demokratischen Konföderalismus auch in Deutschland bekannt machen wollen, solche, die gegen Krieg demonstrieren und wieder andere, die vor allem hier sind, um ihre Trauer und Wut über den Angriff auf ihre Angehörigen, Verwandten, Freund*innen auf die Straße zu tragen.

Dieses Schreiben ist ein Versuch uns alle nochmal mitzunehmen und für kreative Aktionen, Präsenz und Redebeiträge auf diesen Demos und darüber hinaus anzuregen bzw. darin zu bestärken.
Wir werden nicht zulassen, dass der Krieg der türkischen Regierung und die Unterstützung dieses Krieges durch die BRD in den deutschen Medien zu einem Randthema werden.
Wir werden weiter dafür kämpfen, dass der Widerstand in Rojava sichtbar bleibt und die Bevölkerung hier von der Revolution in Rojava – die zuallererst eine Revolution der Frauen und der Jugend ist – erfährt.

Nach wie vor werden die Proteste hier als „Kurden-Proteste“ gelabelt. Als Proteste, die eigentlich nichts mit „uns hier“ zu tun haben sollen. Dabei sind sie so viel mehr und das wissen viele von uns auch. Bei jeder Aktion sind auch deutsche oder andere internationalistische Menschen und Genoss*innen anzutreffen.

Die aktuelle Situation ist zuallererst eine konkrete Bedrohung für die Bevölkerung Afrins.
Doch angelehnt an die Ideen der kurdischen Befreiungsbewegung unter dem Paradigma des Demokratischen Konföderalismus sind die zahlreichen Proteste auch Möglichkeitsräume.
Sie bieten die Chance sich persönlich und politisch zu begegnen und daraus dauerhafte Verbindungen zu schaffen.

Denn der Angriff auf Afrin ist nicht nur ein Angriff auf die Zivilbevölkerung vor Ort. Er ist ein Angriff auf Selbstverteidigungseinheiten, die diese Menschen schützen. Ein Angriff auf demokratische und selbst verwaltete Strukturen. Auf Frauenbefreiung, Geschlechtergerechtigkeit und eine ökologische Gesellschaft.
Auf die konkreten widerständigen und basis demokratischen Praxen in Nordsyrien – wo in Zeiten des Krieges schwer Vorstellbares geschaffen wurde und wird: Ein Zusammenleben ganz unterschiedlicher Menschen, das auf den Bedürfnissen Einzelner beruht und diese zu kollektiven Interessen zusammen führt. Ein Zusammenleben, welches versucht kapitalistischen und patriarchalen Logiken ein Schnippchen zu schlagen und Menschen abseits dieser Logiken ermächtigt ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen.

Das Aufbegehren hier und überall – denn in allen Teilen der Welt gehen Menschen auf die Straße, in Rojava finden neben Demonstrationen riesige Märsche nach Afrin statt – dieses Aufbegehren richtet sich gegen Faschismus, Kapitalismus, die Zerstörung der Natur, Armut, das Patriarchat, den Neoliberalismus, gegen Kriegspropaganda und Rüstungspolitik.

All das sind originäre Themen der Linken in Deutschland. Tragen wir diese in die Proteste. Greifen wir den Faden auf. Machen wir die Proteste auch zu unseren Protesten und setzen uns aktiv in Verbindung mit unseren kurdischen Genoss*innen. Wir müssen den türkischen Angriffskrieg als Angriff auf uns alle verstehen und diese Erkenntnis in eine Praxis der Begegnung und des gegenseitigen (Kennen-)Lernens umsetzen.

Geht in euren Städten in die Vereine, zu Treffen und Veranstaltungen, die sich mit Afrin und Rojava befassen. Verbindet die Themen, an denen ihr sowieso dran seid mit dem Widerstand in Afrin.

In Redebeiträgen, Aktionen, Veranstaltungen, aber auch am Küchentisch und auf der Arbeit können wir die Themen Faschismus, Kapitalismus, die Zerstörung der Natur, Armut, das Patriarchat, den Neoliberalismus, Kriegspropaganda und Rüstungspolitik usw. aufgreifen.
Wir sollten thematisieren, was dieser Krieg dort mit uns und mit hier zu tun hat.
Was hat der Angriff der Türkei mit Antifeminismus zu tun?
Was mit der Kritik am kapitalistischen System und an Nationalismus?
Wir sollten Repression gegen Kurd*innen thematisieren – die Fahnenverbote, die fast täglichen Schikanen und Durchsuchungen vor den kurdischen Vereinen.

Lasst uns die Menschen, die wir auf Demos sehen und solche, die an uns vorbei gehen, kennen lernen. Wir wollen die kennen lernen, die sich seit Jahren in der gleichen Stadt engagieren gegen Kapitalismus und Patriarchat und die wir trotzdem nicht kennen.
Und diejenigen, die auf der Straße sind, weil sie in Angst sind um ihre Familien und Angehörigen, die in Afrin und Kurdistan im Widerstand sind.

Unsere Solidarität gegen ihre Waffen.
Gegen Kapitalismus und Patriarchat.
Für den Feminismus und die befreite Gesellschaft!
Solidarische Grüße!

Gemeinsam Kämpfen! Feministische Kampagne für Selbstbestimmung
und Demokratische Autonomie, Februar 2018

@femkampagne, #gemeinsamkämpfen
gemeinsamkaempfen.blogsport.eu
gemeinsamkaempfen@riseup.net

Und hier noch ein Lesetipp, der unser Anliegen nochmal ausführlicher aufgreift:
lowerclassmag.com/2018/02/was-tun-fuer-afrin/

Gründung des Widerstandkomitees Altmark/Wendland

Heute, am 10. Februar 2018, sind wir dem Aufruf von NAV-DEM
(Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland)
gefolgt und haben ein Widerstandskomitee gegründet.

Im Geiste der Kampagne: „Gemeinsam kämpfen“
(https://gemeinsamkaempfen.blogsport.eu/), haben wir uns mit kurdischen
Menschen getroffen und über weitere Protest- und Widerstandsstrategien
hier in der Region geredet. Es war für uns als deutsche Aktivist*innen
sehr emotional und heftig, die Realität von Menschen mit zu bekommen,
deren Familien in einem Kriegsgebiet leben. Nicht nur über diese Sachen
zu lesen, sondern von Menschen,die betroffen sind,zu hören was es mit
ihnen macht. Uns ist wieder einmal bewusst geworden, in welcher
Komfortzone wir hier in Deutschland leben.

Wir haben über verschiedene Ideen geredet und uns ein wenig kennen
gelernt. Am Ende machten wir ein Foto mit Transparent und haben uns für
eine Demo am nächsten Samstag in Lüchow verabredet. Wir wollen weiterhin
mit einander arbeiten und unsere Beziehungen vertiefen. Nur zusammen
können wir etwas erreichen!

Der folgende Text ist von den deutschen Aktivist*innen im Anschluss an
das Treffen geschrieben worden und stellt nicht unbedingt die Meinung
aller Menschen auf dem Gründungstreffen dar:

Die Angriffe auf Afrin sind schockierend, für uns aber nicht
überraschend.

Seit Jahren arbeitet die Türkei (und mit ihr auch andere Staaten) daran
die Kurdische Bewegung zu zerstören und hat dabei eine große
Unterstützung (nicht nur) vom Deutschen Staat.

IMI- online stellt fest: „Bei ihrem Angriff auf die nordsyrische Region
Afrin nutzt die türkische Armee auch Waffen aus Deutschland. In den
Medien wurden die Kampfpanzer Leopard2A4 sehr häufig erwähnt: 2005
genehmigte die Bundesregierung den Export von rund 350
Leopard2A4-Panzern der deutschen Rüstungsfirma Kraus-Maffei-Wegmann an
die Türkei. Deutschland kümmert sich seitdem um die optimale
Funktionsfähigkeit der Panzer. Noch im Januar 2017 wurden Ersatzteile
für diese geliefert, obwohl türkische Streitkräfte schon 2015 und 2016
Panzer gegen die kurdische Minderheit – auch Zivilist_innen – in der
Türkei einsetzten. Dabei kamen mindestens 2.000 Menschen ums Leben und
mehr als 30 Städte wurden zerstört. Die Leopard2A4-Panzer werden nun
auch im Angriffskrieg gegen Afrin verwendet.(1)“

Die Türkei ist in der Liste der Exporte von deutschem Militärgerät sehr
weit oben. 2017 wurden Exporte in Höhe von mehr als 25 Millionen Euro
bewilligt (2). 2016 waren es mehr als 83 Millionen (3).Gleichzeitig wird der Bau einer Panzerfabrik in Karasu an der Schwarzmeerküste östlich von
Istanbul geplant, in der ein Rheinmetall Joint-Venture den neuen
türkischen Kampfpanzer Altay herstellen will (4). Deutschland liefert
Waffen in Krisen- und Kriegsgebiete (5).

Die Internetseite Waffenexporte.org gibt einen guten Überblick darüber,
in welche Länder Deutschland Rüstungsgüter verkauft (6)6.

Deutschlands Rolle ist in diesem wie in vielen anderen Kriegen von
Doppelmoral geprägt.

Weil kurdische Kämpfer*innen die Einzigen waren, die militärische
Erfolge gegen den IS hatten, lieferte Deutschland guten Gewissens die
Panzerabwehrrakete ‚Milan‘ an kurdische Truppen (Peschmerga).

Doch weil der türkische Staat zahlt, liefert Deutschland auch dorthin.

Obwohl der Angriff Erdogans auf Afrin seit langem vorherzusehen war, zog
die deutsche Regierung die bereits erteilte Genehmigung für die
Modernisierung deutscher Kampfpanzer des türkischen Militärs jetzt
vorläufig zurück.

Das nützt den angegriffenen Menschen gerade auch nicht mehr viel.

Und auch wenn Deutschland die Exporte verbieten würde, würden die
Deutschen Rüstungsfirmen (mit personeller Unterstützung von
Politiker*innen) Wege finden, das Gerät unter die Leute zu bringen, was
sie auch schon sehr oft bewiesen haben.

Denn für Deutschland bedeutet dies Exportüberschüsse. Gewinn.

Egal wie die Kampfhandlungen verlaufen, Deutschland und seine
Rüstungsfirmen werden mal wieder davon profitieren. Deshalb gibt es
keinen Skandal in der Politik, wenn Waffen an Kriegstreiber*innen
geliefert werden!

Die Menschen zählen nicht, nur das Kapital und dessen Vermehrung.

Es ist die Logik des kapitalistischen Systems und seiner
Nationalstaaten.

Trotz (derzeit) Bundesweiter Demos und Aktionen gegen den türkischen
Angriffskrieg, wird in deutschen Medien häufig nur zaghaft und einseitig
über die Intervention und den Protest dagegen berichtet.

In Deutschland ist die PKK verboten und als Terrororganisation gelistet.

Obwohl die Einheiten der kurdischen Guerilla (YPJ/YPG),maßgeblich und
erfolgreich am Kampf gegen den IS (DAESH) beteiligt waren/sind (siehe
die Befreiung von Kobane) undsich in Rojava in Nord-west-syrien eine
basisdemokratische Gesellschaft mit den Grundsätzen der Frauen*befreiung
und Ökologie etabliert.

Die Mächtigen haben Angst davor.

Sie wollen das System des kapitalistischen Patriarchats erhalten und die
Türkei ist nur ein Player.

Dem stellen wir uns entschieden entgegen. Wir werden nicht aufgeben und
zusammen mit unseren kurdischen Genoss*innen und Freund*innen gegen
diese Zustände kämpfen.

Wir werden Widerstand leisten und die Kapitalistische Moderne
herausfordern.

Wir rufen auf, zu Solidaritätsaktionen und der Gründung weiterer
Komitees!

Wir rufen die deutschen Genoss*innen dazu auf, Widerstand zur Praxis
werden zu lassen!

Lasst uns gemeinsam den imperialistischen und kolonialenKrieg beenden.

Für eine Gesellschafft von unten und links!

Jin. Jiyan. Azadi!

Frauen, Leben, Freiheit!

Biji Rojava! Biji Azadi!

Widerstandskomitee für Rojava/Afrin- Wendland/Altmark

1 http://www.imi-online.de/2018/02/01/deutsche-waffenexporte-in-die-tuerkei/

2 https://www.tagesschau.de/ausland/tuerkei-waffenexporte-101.html

3 http://www.waffenexporte.org/wp-content/uploads/2017/03/Waffen-Ex_T%C3%BCrkei.pdf

4 https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7508/

5 https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7511/

6 http://www.waffenexporte.org/category/empfaengerlaender/

Stellungnahme zum Krieg gegen Afrin und Aufruf zu Aktionen und Selbstorganisierung

Als feministische Kampagne „Gemeinsam kämpfen! Für Selbstbestimmung und Demokratische Autonomie“ verurteilen wir den schmutzigen Krieg des türkischen AKP-Regimes gegen Afrîn und weitere Orte in der Demokratischen Föderation Nordsyrien, Rojava, aufs Schärfste.

Der Krieg der Türkei gegen Afrîn ist ein Angriff auf die Revolution, ein Angriff auf die Geschlechterbefreiung, ein Angriff auf uns alle! Die Gesellschaftsidee, die in Rojava ihre Verwirklichung findet, ist eine friedliche, ökologische und demokratische Lösung für die Region. Eine friedliche Lösung scheint offenbar nicht im Interesse der türkischen Regierung zu sein. Dem stellen wir uns entschlossen entgegen.

Seit dem 20. Januar 2018 greift das türkische Militär mit Luftangriffen und Artillerie Afrîn – den westlichsten Kanton der Demokratischen Föderation Nordsyrien, Rojava – im Rahmen einer offiziellen Operation an. In diesem schmutzigen Krieg sind bereits zahlreiche zivile Todesopfer zu beklagen. Der Kampf der türkischen Regierung gegen Menschenrechte und Demokratie wird Seite an Seite mit IS-Kämpfern und islamistischen Verbänden der sogenannten „Freien Syrischen Armee“ geführt. Ihr ausdrückliches Ziel ist die Vernichtung von ganz Rojava, der gesamten Demokratischen Föderation Nordsyrien.
An diesem Vernichtungsvorhaben ist die deutsche Bundesregierung nicht unbeteiligt. Denn auch durch die zahlreichen Waffenlieferungen an die Türkei und die fehlende konsequente Gegenpositionierung wird dem quasi-faschistischen Erdogan-Regime dieses Vorgehen ermöglicht. Erneut demaskiert sich die deutsche Bundesregierung und zeigt offen, dass Demokratie, Menschenrechte und Geschlechterbefreiung gegenüber wirtschaftlichen Interessen unbedeutend sind.
Doch die propagierte Besatzung Afrîns binnen weniger Tage ist dem türkischen Militär dennoch nicht gelungen. Denn hiergegen befinden sich insbesondere die Einheiten der YPG/ YPJ sowie die QSD in einer erbitterten Selbstverteidigung. Unter größtem Einsatz leisten sie erfolgreich Widerstand und wehren den Vormarsch der türkischen Armee ab.
Sie verteidigen die Freiheit der Bevölkerung. Es ist das Recht aller Menschen sich in Frieden und Selbstbestimmung zu organisieren und ihre befreite Gesellschaft aufzubauen. Die demokratische Selbstverwaltung dieser Region ist ein beispielhaftes Vorbild für den Erfolg und die Möglichkeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen. Dieser Erfolg strahlt in die ganze Welt. Unabhängig von Religion, Ethnie, Geschlecht und Herkunft wird sich anhand der drei Säulen Geschlechterbefreiung, Ökologie und Basisdemokratie organisiert.
In der Demokratischen Föderation Nordsyrien organisieren sich Frauen* auf allen Ebenen unabhängig. Dies ermöglicht ihnen sich zu stärken, autonom zu leben und den patriarchalen Verhältnissen etwas entgegenzusetzen. Das haben sie sich selbst erkämpft. Die Kraft, die von ihnen ausgeht, zeigt, dass sie sich der Herrschaft und dem Krieg nicht unterwerfen und nicht bereit sind, ihre Unterdrückung zu dulden.
Deshalb ist der Angriff auf Afrîn vor allem ein Angriff auf die Frauen*revolution! Doch nicht zuletzt durch die tiefe Überzeugung und die mutige Verteidigung der Frauen*, wird es nicht gelingen, den Aufbau einer befreiten Gesellschaft zu verhindern.

Wir rufen alle demokratischen und freiheitlichen Kräfte zu zahlreichen Aktionen für Afrîn auf! Jegliche Aktionen begreifen wir als solidarische Verteidigung der Errungenschaften der Menschen in der Demokratischen Föderation Nordsyrien, Rojava. Diese Revolution hat so vielen von uns Mut, Inspiration und Hoffnung auf eine bessere Welt verschafft, es ist unsere Verantwortung den Angriffen nicht länger zuzusehen! Nehmen wir uns Rojava zum Vorbild, organisieren wir uns!

Wir schließen uns Cenî, dem kurdischen Frauenbüro für Frieden, an:

[…] Deshalb fordern wir die Bundesregierung, die EU, die UN, Russland und die Kräfte der Koalition gegen den IS dazu auf, sich klar gegen die Angriffe zu positionieren und Druck auf die AKP-Regierung auszuüben, die völkerrechtswidrigen Angriffe sofort einzustellen!
Wir fordern ein Ende der Kriegstreiberei im Mittleren Osten! Wir fordern besonders die deutsche Regierung dazu auf, jegliche Waffenexporte an die Türkei zu unterlassen!
Wir fordern eine politische Lösung für Syrien unter Einbezug der VertreterInnen der Demokratischen Föderation Nordsyrien!
Zu finden unter: http://ceni-kurdistan.com/index.php/de/)

Der Kampf um Befreiung ist international!
Die Verteidigung der Freiheit ruft uns auf die Straße!
Frauen*LebenFreiheit – JinJiyanAzadî

Feministische Kampagne „Gemeinsam kämpfen! Für Selbstbestimmung und Demokratie“

gemeinsamkaempfen@riseup.net
gemeinsamkaempfen.blogsport.eu
#gemeinsamkämpfen

Unterstützung des Aufrufes von NAV-DEM gegen den Krieg der Türkei und Afrin

Als feministische Kampagne unterstützen wir dringend den folgenden Aufruf von NAV-DEM. Der Krieg der Türkei gegen Afrîn ist ein Angriff auf die Revolution, ein Angriff auf die Geschlechterbefreiung, ein Angriff auf uns alle! Die Gesellschaftsidee, die in Rojava ihre Verwirklichung findet, ist eine friedliche, ökologische und demokratische Lösung für die Region. Eine friedliche Lösung scheint offenbar nicht im Interesse der türkischen Regierung zu sein. Dem stellen wir uns entschlossen entgegen. Die Demonstration am Samstag begreifen wir als solidarische Verteidigung der Errungenschaften der Menschen in der Demokratischen Konföderation Nordsyrien, Rojava. Daher rufen wir zur zahlreichen Teilnahme auf.

*❗NAV-DEM RUFT ZUR BUNDESWEITEN GROßDEMONSTRATION IN KÖLN AUF❗*
*SAMSTAG, 27.01.2018 10.00 Uhr in Köln, Ebertplatz*
*Der kurdische Dachverband NAV-DEM betrachtet die Bundesrepublik als „indirekte Kriegspartei“ in Efrîn und ruft für den kommenden Samstag zu einer Großdemonstration in Köln auf.*
https://anfdeutsch.com/
*Während deutsche Panzer nach Efrîn rollen und die Bundesregierung sich darauf beruft, keine genauen Erkenntnisse darüber zu haben, ruft NAV-DEM (Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland e.V.) zu einer bundesweiten Demonstration in Köln auf.*

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*Aufruf:*
„Am Samstag, dem 20. Januar 2018, hat die türkische Armee ihren Überfall auf die Demokratische Föderation Nordsyrien offiziell begonnen. Unter dem zynischen Namen „Operation Olivenzweig“ steht der Kanton Afrin im Nordwesten Syriens seit Tagen unter massivem Beschuss durch die türkische Artillerie und türkische Kampfjets. Mit dutzenden Luftangriffen wurden zivile Viertel Afrins und Stellungen der Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG/YPJ) bombardiert. Eingesetzt werden bei diesem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auch deutsche Kampfpanzer vom Typ „Leopard 2″. Auch ein Camp, in dem über 500.000 Geflüchteten aus anderen Teilen Syriens Zuflucht gefunden haben, wurde nicht verschont. Die türkische Besatzungsarmee rückt gemeinsam mit islamistischen Verbänden der so genannten „Freien Syrischen Armee“ an fünf Fronten auf Afrin vor. Im Norden Afrins finden zurzeit schwerste Gefechte zwischen den Selbstverteidigungseinheiten der Bevölkerung und der türkischen Armee statt. Die Kräfte der YPG/YPJ leisten erbitterten Widerstand und wehren unter größter Opferbereitschaft den türkischen Vormarsch ab. Erdogan hat angekündigt, dass die Besatzung Afrins nur der erste Schritt in einem umfassenden Vernichtungsfeldzug gegen ganz Rojava und die gesamte Demokratische Föderation Nordsyrien sein soll. Allein die Bilanz der ersten drei Tage ist erschreckend; 18 ZivilistInnen wurden ermordet und drei KämpferInnen sind im Widerstand gefallen. Es gibt über 23 verletzte ZivilistInnen.“
*Selbstbestimmung in Nordsyrien soll zerstört werden*
„Der türkische Staat versucht in Afrin das demokratische Projekt, das unter größten Anstrengungen und schweren Opfern in den nunmehr fünf Jahren der Revolution aufgebaut und verteidigt wurde, zu zerschlagen In Afrin wird nicht nur eine Stadt bombardiert. Die Bomben der türkischen Armee sollen die Errungenschaften dieser Revolution vernichten. Das gesellschaftliche Projekt des Demokratischen Konföderalismus basiert auf den Prinzipien von Frauenbefreiung, Ökologie und einer radikalen Demokratie. In Nordsyrien haben sich die Völker der Region ein gemeinsames Leben erkämpft, jenseits von Nationalismus, religiösem Sektierertum und imperialistischer Fremdbestimmung. In Nordsyrien wird heute eine Gesellschaft aufgebaut, in der Frauen ihre Geschicke selbstbestimmt in die Hand nehmen und autonome Frauenorganisierung in allen gesellschaftlichen Bereichen stattfindet. Diese Frauenrevolution ist die Garantie für den Erfolg der Revolution in Rojava. Die Revolution in Nordsyrien ist ein Frühling der Frauen und nie werden sie den Frühling aufhalten können. Mit einer kommunalen Ökonomie und einer basisdemokratischen Räteverwaltung wird versucht, ein Leben jenseits der kapitalistischen Verwertungslogik und staatlicher Bevormundung aufzubauen.“
*Gestern Kobanê, heute Efrîn*
„Während Kobanê von den Mörderbanden des sogenannten Islamischen Staats belagert wurde, sind wir in Europa und auf der ganzen Welt zu Hunderttausenden auf die Straße gegangen, um genau diese Werte und diese Revolution gemeinsam zu verteidigen. Genau wie damals muss heute klar sein: Das Schicksal der Revolution in Nordsyrien und des Mittleren Ostens steht heute in Afrin auf dem Spiel.“
*Türkischer Überfall mit internationaler Unterstützung*
„Genau wie damals gilt es heute, auch und insbesondere hier in Deutschland, Widerstand zu entwickeln. Es ist offensichtlich, dass dieser verbrecherische Überfall auf Afrin nur Realität werden konnte dank der Unterstützung, die das Regime Erdogans aus Berlin und speziell durch die letzten Gespräche zwischen Sigmar Gabriel und Mevlut Cavusoglu erhalten hat. Es sind Panzer, Fahrzeuge und Gewehre, allesamt in deutschen Fabriken produziert, mit denen die türkischen Soldaten heute über die Grenze nach Afrin marschieren. Es ist die nahezu bedingungslose politische Rückendeckung aus Berlin, die Ankara überhaupt erst dazu ermutigt hat, einen derartigen Völkerrechtsbruch zu unternehmen. Zu guter Letzt ist es die direkte Unterstützung des Innenministeriums hier in Deutschland, mit der Protest von vornherein durch das Verbot sämtlicher kurdischer Flaggen und die andauernde und schärfer werdende Kriminalisierung gegen kurdische Organisationen unterdrückt wird.“
*Bundesrepublik ist indirekte Kriegspartei*
„Weil Deutschland indirekt eine Kriegspartei in Afrin ist, gilt es den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen und unseren Protest auf die Straße zu tragen. Mit dem Geist von Kobanê müssen wir uns heute zusammentun, organisieren und gemeinsam zur Aktion schreiten, denn morgen schon könnte es zu spät sein. Afrin ist von allen Seiten umzingelt, also müssen wir die Luftröhre dieser Revolution sein.“
*An alle, die nicht länger zusehen wollen*
„Wir rufen daher all jene, die sich mit den Werten dieser Revolution identifizieren können, all jene, für die Rojava und die Demokratische Föderation Nordsyrien in den letzten Jahren zur Hoffnung und Inspiration wurde und all jene, die nicht mehr länger zusehen wollen, wie die Bundesregierung sich erneut vor allen Augen zum Komplizen eines weiteren Massakers macht: Kommt zur bundesweiten Demonstration in Köln am Samstag, den 27. Januar und schließt euch auch darüber hinaus in euren Städten und Vierteln zu dezentralen Protestaktionen zusammen.
Wir rufen euch zudem, also die Öffentlichkeit in Deutschland, dazu auf, eure Solidarität mit Afrin zu zeigen und euch mit uns gemeinsam gegen die Kriegspolitik der AKP im Mittleren Osten zu stellen! Lasst uns gemeinsam unsere Stimmen für den Frieden erheben!

Aufruf zum 2. Dezember 2017 – gemeinsam den AfD-Bundesparteitag in Hannover verhindern!

Die AfD ist Teil einer erstarkenden rechten Bewegung in Europa, die neben Rassismus auch offen mit sexistischen und Frauen verachtenden Parolen wirbt. Die Unterdrückung von Frauen* und Menschen, die sich jenseits der zweiteiligen Geschlechterordnung verorten, ist immer Bestandteil von reaktionären Ideologien und möchte uns voneinander spalten und uns gegeneinander aufhetzen.
Hierbei dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren, dass die AfD ein Produkt dieser Gesellschaft – ihrer Geschichte und Parteienpolitik ist. Wir dürfen es also nicht bei einer Kritik der AfD belassen, sondern wir müssen immer und überall ein klares Zeichen gegen die Auswirkungen des kapitalistischen Patriarchats in dem wir leben setzen.
In den Worten der kurdischen Freiheitsbewegung ist eine Gesellschaft immer nur so frei wie die Frauen*, die in ihr leben. Deswegen – und weil viele Feminist*innen in Deutschland und allen Teilen der Welt seit Jahrhunderten für ihre und die Rechte anderer Ausgegrenzter kämpfen – wehren wir uns gegen die Forderung einer reaktionären Gesellschaft, in der Frauen in erster Linie Hausfrauen & Mütter sein sollen und anderen Geschlechtsidentitäten ihre Existenz abgesprochen werden.
Gegen die menschenverachtende Politik der AfD und jeder anderen Partei stellen wir unsere Idee einer Gesellschaft, die auf den Werten der Geschlechterbefreiung, Selbstverwaltung und Basisdemokratie beruht.

Stellen wir uns der AfD und ihren rechten Ideen in den Weg! – Beteiligt euch an den Blockaden & Demos gegen den Bundesparteitag der AfD am 2.November in Hannover!

Mehr Info unter: www.unsere-alternative.org/