Dringender Aufruf der Delegation der Kampagne “Gemeinsam Kämpfen” zur Unterstützung der Demokratischen Autonomie in Rojava/Nordsyrien

Akute Angriffsdrohung gegen Rojava/Nordsyrien

Seit mehreren Tagen kündigt Erdogan an, die Demokratische Föderation Nordsyrien anzugreifen, ganz konkret werden große Armeeverbände u.a. bei Gire Spi (Tell Abyad) und Serekaniye zusammengezogen.

Die Bevölkerung an der Grenze ist in großer Sorge, in ganz Nordsyrien finden Demonstrationen und Mahnwachen statt, Vertreter*innen aller Bevölkerungs- und Religionsgruppen haben sich gegen den Einmarsch ausgesprochen und ihre Bereitschaft erklärt das Land zu verteidigen.

Leyla Güven, inhaftierte HDP-Abgeordnete und Ko-Vorsitzende des zivilgesellschaftlichen Zusammenschlusses DTK (Demokratie Kongress der Völker), fordert seit über 40 Tagen mit einem Hungerstreik die Aufhebung der Isolation des PKK-Gründers Abdullah Öcalan. Inzwischen unterstützen Tausende ihre Forderung mit Solidaritätshungerstreiks auch in Rojava. Die Hungerstreikenden fordern die Internationale Öffentlichkeit zu umgehenden Massnahmen gegen die Kriegsdrohungen der Türkei auf, die eine Fortsetzung der Totalisolation gegen Öcalan darstellen.

Bei der am 10. September gestarteten Offensive der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) auf die letzte IS-Hochburg Hajin an der syrisch-irakischen Grenze konnten weitere Gebiete befreit werden.

In dem Zusammenhang erklärte Donald Trump über Twitter, der Islamische Staat sei in Syrien besiegt worden. Das sei in seiner Amtszeit der einzige Grund für die US-amerikanische Präsenz in dem Land gewesen.

Sollten sich die USA zurück ziehen, wäre das eine 180-Grad-Wendung zu ihrer jetzigen Politik. Verteidigungsminister Jim Mattis und andere hochrangige Stellen hatten zuvor erklärt, die Anwesenheit US-amerikanischer Truppen in Syrien sei unvermeidlich, um ein Wiederaufleben des IS zu verhindern.

Salih Müslim erklärte heute über Ronahi TV es gebe noch keinerlei offizielle Verlautbarungen der US Streitkräfte. Die Drohung der Türkei sei sehr ernst zu nehmen. Rojava, insbesondere der Norden ist in einem akuten Alarmzustand, von dem auch wir betroffen sind. Die Besatzung von Afrin zeigt, was Rojava zu erwarten hat, sollte ein türkischer Angriff stattfinden. Seit Monaten plündern und morden dort islamistische Banden, junge Frauen wurden verschleppt, die Bevölkerung ist nach Shahba geflohen.

Als Delegation von “Gemeinsam Kämpfen” haben wir in den letzten Wochen sehen können, dass die Demokratische Autonomie in Nordsyrien unter größten Opfern aller Bevölkerungsgruppen aufgebaut und verteidigt wurde. Araber*innen, Kurd*innen, Suryoye, Armenier*innen, Turkmen*innen, Ezid*innen unterstüzen dieses Projekt, haben Töchter und Söhne im Kampf verloren. Insbesondere von den Frauen geht eine große Kraft aus, dieses frauenbefreite und basisdemokratische Projekt weiterzuentwickeln. Wir haben hier den Aufbau einer Alternative zu Patriarchat und Vernichtung kennengelernt und sind sicher, dass dieses Projekt ein Projekt für alle Menschen ist, die sich nach Freiheit und einem anderen Leben sehnen.

Konkret fordert die Demokratische Selbstverwaltung u.a. eine Flugverbotszone für Nordsyrien.

Wir rufen alle demokratischen, linken, feminstischen Menschen auf, sich mit aller Kraft gegen den Krieg der Türkei auf Rojava und Nordsyrien zu positionieren und Widerstand zu leisten.

 

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